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  • Nadine Schmid

Corona und Impfung - Fragen, Ängste und Chancen


Das bestimmende Thema "Corona" und ob man sich impfen soll oder nicht, hat natürlich auch mich ziemlich beschäftigt. Außer Frage stand für mich die ganze Zeit, dass diese Impfung absolut sinnvoll ist. Dadurch, dass ich in meinem Umfeld erlebt und mitbekommen habe, wie dramatisch diese Krankheit verlaufen kann, war ich sehr froh, dass die Forschung so schnell eine Chance für uns alle schaffte dem zu entgehen.


Trotzdem war die Entscheidung, ob ich mich impfen lasse nicht so leicht zu treffen. Meinem Hausarzt und mir war sehr wohl klar, dass das Risiko mit einem schweren Verlauf an Covid zu erkranken sehr hoch war. Alleine normale Infekte schlagen sich bei mir extrem auf die Atemwege, sodass wir schon öfter vor der Wahl, Krankenhausbehandlung oder nicht, standen bzw. wir medikamentös sehr erfinderisch sein mussten, da ich ja kaum Medikamente aufgrund meiner MCAS vertrage.


Das also sprach definitiv für das Impfen. Auf der anderen Seite wusste keiner von uns, wie mein MCAS oder CRPS auf diese Impfung reagieren würde. Hierbei meine ich jetzt nicht nur die Möglichkeit einer anaphylaktischen Reaktion, denn die könnte man ja mit Notfallmedikamenten in den Griff bekommen, so wie es bei mir schon öfter der Fall war, aber was, wenn sie meine Grunderkrankungen langfristig verschlechtert. Es war ein schwieriger Abwäge Prozess.


Nachdem die Mutationen auf dem Vormarsch waren, war klar, dass Risiko der Infektion wiegt schwerer und dank meiner Arbeit in der Schule wurde ich nach meiner Entscheidung schnell geimpft.


Ich bekam BioN-Tech und wie es ja fast schon normal bei mir ist, reagierte ich allergisch. Sprich die üblichen Dinge, wie Übelkeit, Bauchkrämpfe, Kribbeln im Hals-/Rachenraum und etwas Luftnot traten nach 20 min. auf. Die Ärzte etwas überrascht, weil ich wohl die erste Patientin damit war, ließen sich von mir aber beruhigen, ich bekam mein Antihistaminikum und es besserte sich bald wieder. Also alles in allem lief es echt gut. :) Andere Nebenwirkungen der 1. Impfung waren sehr überschaubar. Schmerzen im Arm, Erschöpfung und etwas Husten.


Beim zweiten Mal musste ich die Ärzte erst mal beruhigen, dass die allergische Reaktion bei mir normal ist und ich mein Notfallset mit mir führe. Die Ärztin ließ sich überzeugen. Dank meines Notfallsets konnte ich mich beim Auftreten der ersten Symptome gleich selber versorgen und alles lief gut. Als Nebenwirkung kam diesmal etwas Schüttelfrost und Kopfschmerzen, aber insgesamt lief es wirklich super gut. Diesmal waren zwar die Nervenschmerzen bei meinem CRPS direkt nach der Impfung und die darauffolgenden 4 Tage verstärkt, aber auch das flaute langsam wieder ab und begab sich in den Normalzustand.


Jetzt bin ich sehr froh, dass sich weder das MCAS noch das CRPS langfristig verschlechtert haben und ich nun gegen einen schweren Verlauf geschützt bin.

Der Wissenschaft und den Ärzten bin ich für diese Möglichkeit sehr dankbar. Ich würde mich immer wieder dafür entscheiden.


Ich hoffe, dass dieses Virus immer mehr den Schrecken verliert und wir wieder zu etwas mehr Normalität zurückkehren können, wie auch immer diese in Zukunft aussehen mag.


Das Teilen meiner Geschichte hat den Hintergrund, dass ich weiß viele befinden sich in einer ähnlichen Situation wissen noch nicht was sie tun sollen. Ich kann nur sagen, wie es mir ging. Es muss jeder für sich und seine Situation abwägen, was der richtige Weg ist. Aber vielleicht ist es ein Trost zu hören, dass es noch andere gibt, die in einem ähnlichen Prozess stecken und wie sie damit umgingen.


Bleibt alle gesund, egal welcher Weg für euch der richtige ist.

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