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  • Nadine Schmid

Dankbarkeit als Schlüssel zu einem positivem Leben


Wer meinen Blog schon länger verfolgt, weiß, dass ich in meinem Leben bisher viele Höhen aber auch einige Rückschläge hatte. Morgen darf ich meinen 34. Geburtstag feiern und ich freue mich schon sehr darauf.


Ich habe meine letzten Jahre einmal Revue passieren lassen was alles gewesen ist. Viele Dinge, die ich mir sehr gewünscht habe, sind in Erfüllung gegangen. Ich habe einen liebevollen Ehemann, der mit mir durch dick und dünn geht und immer an meiner Seite ist. Seit fast sieben Jahren bereichert meine kleine Tochter mein Leben ungemein. Ich habe eine beste Freundin gefunden, die zwar nicht in der Nähe wohnt und mir doch zu jeder Zeit so nah ist. Ich habe ein tolles Zuhause mit einer tollen Familie. Mein Beruf erfüllt mich von ganzem Herzen. Als ich mich entschloss Erzieherin zu werden, war mein Ziel etwas bewirken zu können. Kindern helfen zu können und ihnen auf ihren Lebensweg etwas mitzugeben, war mir das wichtigste. Das hat sich in meiner Arbeit als Schulbegleitung voll und ganz erfüllt. Ich bin dankbar für alle wundervollen Menschen, die ich jetzt in einem Kurs kennen lernen durfte und die mein Leben zusätzlich bereichern. Ich habe ganz tolle Freunde, die immer da sind, mit denen man Lachen und Spaß haben kann, die aber ebenso zuhören, wenn es mal schwierige Momente gibt. Für all diese Dinge bin ich aus tiefstem Herzen dankbar.


Ich bin heute ins grübel gekommen, wie ich mir mein Leben mit fast Mitte 30 vorgestellt habe und ja die oben aufgeführten Dinge, habe ich mir so ausgemalt. Was definitiv nicht auf meiner Vorstellungsliste war? Wie mein Körper und meine Gesundheit aussehen. Ich habe gedacht ich wäre fit, sportlich, würde Volleyball spielen, klettern und Theater spielen. Das dies leider ganz anders gekommen ist, habt ihr ja gelesen. Heute habe ich erfahren, dass mein Rollstuhl wohl mit Zusatzantrieb genehmigt wird. Dass dies eines meiner tollsten Geschenke zu meinem 34. Geburtstag wird, hätte ich mir nie gedacht, aber es ist wirklich so. Ich freue mich mega, denn es bedeutet wieder deutlich mehr selber erleben und machen zu können. Damit sind Ausflüge in unebene Gebiete, wie es schon vor meiner Haustür der Fall ist, wieder ohne große Schmerzen möglich. Ich bin echt happy, dass das nun hoffentlich bald Wirklichkeit wird. Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, dass ich keine Momente habe, an denen ich traurig darüber bin, dass ich eine Behinderung habe, die meine Freiheit einfach einschränkt. Ja es ist manchmal hart, wenn einem bewusst wird, wo man jetzt auf Hilfe angewiesen ist oder wo einem die Gegebenheit, wie unzureichende Barrierefreiheit, einfach die Möglichkeit nehmen selber zu entscheiden, was machbar ist.


Dass ich trotzdem total positiv und selbstbewusster als je zu vor zu mir stehen und mich so annehmen kann, wie ich bin, verdanke ich vielen kleinen Dingen. Ich habe gelernt, wie viele schöne Momente und kleine alltägliche Dinge es in meinem Leben gibt, für die ich dankbar sein kann. Ich habe begonnen jeden Tag in ein kleines Büchlein aufzuschreiben, welche Kleinigkeiten heute passiert sind, für die ich dankbar bin. Das sind Dinge wie:

- Hilfsbereitschaft von Menschen, wenn Sie mir die Tür aufhalten und mir ein Lächeln schenken.

- Einen schönen unbeschwerten Nachmittag mit meiner Tochter, an dem wir das tun, was uns Freude macht.

- Das Lächeln eines Kindes in meiner Arbeit.

- Eine Rückmeldung von Kollegen oder den Kindern, die zeigt, wie sie mich als Mensch schätzen und mögen.

- Ein liebes Wort.

- Eine schöne Unterhaltung.

- Zeit einfach mal Musik zu hören.

- Ein schöner Sonnenuntergang.

- Kleine Erfolge meines Schützlings in der Schule.

- Eine strahlende kleine Tochter, die sich einfach freut, dass sie mich morgen mit einem Geschenk überraschen kann.

Und es gäbe noch so viel mehr, was ich hier aufzählen kann.


Das Schreiben meines Dankbarkeitsbüchleins macht mir bewusst, wie viele schöne kleine Momente uns jeder Tag bietet, die wir oft gar nicht bewusst wahrnehmen und nicht schätzen. Oft sehen wir nur das negative, was nicht gut gelaufen ist. Stellt man aber seinen Blickwinkel bewusst mal auf die alltäglichen schönen Dinge, zeigt sich erst, wie viel schönes einfach so an uns vorbeizieht. Mir hat es geholfen eine Haltung der Dankbarkeit zu entwickeln. Ich freue mich an den kleinen Sachen und wenn Dinge kommen, die mich nerven oder ärgern, können sie den schönen Momenten nicht die Stirn bieten und ich komme sehr schnell wieder in meine positive Stimmung und mein Stresslevel sinkt. Dies wirkt sich nicht nur positiv auf mich, sondern ebenso auf unsere ganze Familie aus.


Also jeder der einmal versuchen möchte, seinem Leben eine positive Grundeinstellung zu geben, empfehle ich die Dankbarkeit in seinem Leben zu kultivieren. Es müssen nicht immer besondere und spektakuläre Sachen sein. Glaubt mir, das Schöne ist direkt vor uns, wir müssen nur wieder lernen es wahrzunehmen.


In diesem Sinne freue ich mich jetzt auf mein neues Lebensjahr, dass bestimmt wieder einiges an Spannung für mich parat hält. Aber was in diesem Jahr definitiv anders wird als bisher, ist die Tatsache, dass ich mein Leben so lebe, wie ich es möchte und liebe wie es ist. Ich genieße die schönen Momente und tanke meine Ressourcen in diesen Augenblicken auf, um für die schwierigen Phasen gewappnet zu sein.

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